Spiel - Brettspiel - Die Siedler von Catan
Die Siedler von Catan ist ein 1995 im Kosmos-Verlag erschienenes Brettspiel von Klaus Teuber. In der konstruktiv-kooperativ aufgebauten Simulation erbauen die Spieler auf der fiktiven Insel Catan Siedlungen, welche Rohstoffeinnahmen bringen, mit denen Straßen, neue Siedlungen und Städte gebaut sowie Ritter zur Verteidigung ausgeschickt werden können. Für erbaute Siedlungen und Städte erhalten die Spieler ebenso wie für die längste Handelsstraße und größte Rittermacht Siegpunkte. Gewinner ist, wer zuerst zehn solcher Siegpunkte erreicht.
Im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Brettspielen weist Die Siedler von Catan eine Vielzahl neuer Spielideen auf. Dazu zählen die Möglichkeit der Spieler untereinander mit ihren Rohstoffen handeln zu können, die breite Spanne an möglichen Spieltaktiken sowie der variable Spielplan, mit dem sich für jedes Spiel eine anders gestaltete Insel auslegen lässt. Nicht zuletzt deswegen schreibt die Spielumsetzung von Teuber eine bisher nicht gekannte Erfolgsgeschichte: bis 1996 wurden 500.000 Exemplare verkauft, 10 Jahre nach Erstverlegung waren es insgesamt 8 Mio. deutsche Exemplare. Heute ist der Begriff „Catan“ jedem zweiten Deutschen bekannt, Weltweit hat das Spiel bis 2002 über 10 Mio. Spieler gefunden und ist in über 20 verschiedenen Sprachen in mehr als 40 Ländern zu beziehen. National wie international wurden diverse Preise vergeben, insbesondere mit dem Spiel des Jahres und Deutschem Spielepreis die beiden in Deutschland relevantesten.
Durch die Popularität des Spiels und die Medienwirksamkeit des Begriffs „Catan“ ist ein regelrechtes Catan-Universum entstanden. So werden einzelne Spielkomponenten in neue Spiele eingebettet – unter anderem sind bisher Karten-, Würfel- und Computerspiele erschienen. Aber auch der geschichtliche Hintergrund findet unabhängig von den Spielprinzipien sowohl in weiteren Brettspielen als auch in einem gleichnamigen Roman von Rebecca Gablé Verwendung.
Spielaufbau
Aus den 19 gut gemischten sechseckigen Landfeldern wird zu Spielbeginn eine nahezu runde Insel ausgelegt. Die neun Hafenfelder werden ebenfalls gemischt und mit jeweils einem Feld Abstand rund um die Insel platziert. Mit den übrigen neun Wasserfeldern werden die entstandenen Lücken aufgefüllt. Die Zahlenchips werden auf die Rückseite gedreht und nach Buchstaben sortiert. Beginnend bei einem beliebigen ans Wasser grenzenden Landfeld werden die Zahlenchips nun dem Alphabet nach gegen den Uhrzeigersinn auf der Insel verteilt, die Wüste wird dabei ausgelassen und erhält keinen Zahlenchip. Anschließend werden die Zahlenchips aufgedeckt. Die Räuberfigur wird auf die Wüste gestellt.
Jeder Spieler erhält in der Startaufstellung zwei Siedlungen und zwei Straßen. Reihum im Uhrzeigersinn setzt jeder Spieler eine Siedlung mit angrenzender Straße, anschließend setzt beginnend beim letzten Spieler reihum gegen den Uhrzeigersinn jeder Spieler seine zweite Siedlung nebst Straße. Siedlungen dürfen dabei nur auf Eckpunkte gesetzt werden, an denen drei Sechseckfelder aneinander grenzen. Straßen verbinden jeweils zwei solcher Punkte entlang einer Kante zwischen zwei Feldern, wobei nicht zwischen zwei Wasserfeldern gebaut werden darf. Dabei dürfen weder zwei Siedlungen noch zwei Straßen aufeinander gebaut werden. Siedlungen müssen untereinander einen Abstand von mindestens zwei Kantenabschnitten aufweisen. Rohstoffkarten erhalten die Spieler zu Anfang entsprechend den an ihre zweite Siedlung angrenzenden Feldern. Im weiteren Spiel halten die Spieler ihre Rohstoffkarten verdeckt.
Ein Spielzug
Der Spielzug eines Spielers besteht aus drei nacheinander auszuführenden Phasen: dem Auswürfeln der Rohstofferträge, dem Handeln und dem Bauen.
Auswürfeln der Rohstofferträge
Das Auswürfeln der Rohstofferträge erfolgt durch Werfen beider Würfel. Die addierte Augenzahl benennt die Landschaftsfelder, welche in dieser Runde Erträge abwerfen. Jeder Spieler, der eine Siedlung angrenzend an einem Feld besitzt welches auf seinem Zahlenchip die gewürfelte Augensumme zeigt, erhält den entsprechenden Rohstoff. Für eine angrenzende Stadt erhält der Spieler zwei Rohstoffkarten.
Sollte eine sieben gewürfelt werden, erhalten die Spieler keine Rohstoffe. Stattdessen tritt der Räuber in Aktion. Der am Zug befindliche Spieler muss die Räuberfigur auf ein anderes Feld versetzen. Sollte an dieses Feld eine Siedlung eines oder mehrerer Mitspielers angrenzen, darf von einem dieser Spieler verdeckt eine Rohstoffkarte gezogen werden. Solange der Räuber auf einem Feld steht, wirft es keine Rohstoffe ab. Weiterhin muss jeder Spieler, der mehr als sieben Rohstoffkarten auf der Hand hat, die (abgerundete) Hälfte seiner Rohstoffe abgeben.
Da die Summe der Augen beim Wurf mit zwei Würfeln nicht gleichverteilt ist, wird die Sieben häufiger als jede andere Zahl gewürfelt. Auch sind dadurch bestimmte Felder lukrativer als andere.
Wahrscheinlichkeiten für Würfelergebnisse mit zwei Würfeln Zahl
2=2,8%; 3=5,6%; 4=8,3%; 5=11,1%; 6=13,9%; 7(Räuber)=16,7%; 8=13,9%; 9=11,1%; 10=8,3%; 11=5,6%; 12=2,8%
Handeln
In der zweiten Phase darf der Spieler handeln. Dies kann einerseits über den Seehandel geschehen: Hat der Spieler eine Siedlung oder Stadt an einem entsprechenden Hafenfeld am Inselrand, dürfen je nach Hafenart drei beliebige gleiche Rohstoffe gegen einen anderen Rohstoff getauscht werden (3:1) oder mit dem angegebenen Rohstoff 2:1 getauscht werden. Andererseits ist ebenso ein Binnenhandel erlaubt: unter den Spielern dürfen Angebote gemacht werden und der am Zug befindliche Spieler darf im freien Verhältnis Rohstoffkarten mit den anderen Spielern tauschen. Es ist aber auch erlaubt vier gleiche Rohstoffkarten gegen eine beliebige Rohstoffkarte mit der Bank zu tauschen (4:1).Lediglich Schenkungen sind nicht erlaubt.
Bauen
Die dritte Phase ist die Bauphase. Hier darf der Spieler gegen Abgabe entsprechender Rohstoffe Straßen, Siedlungen und Städte bauen sowie Entwicklungskarten kaufen. Beim Platzieren von Siedlungen, Städten und Straßen auf dem Spielplan gelten die gleichen Regeln wie bei der Anfangsaufstellung, insbesondere dürfen nicht mehrere Elemente aufeinander gebaut werden und Siedlungen und Städte müssen mindestens zwei Kreuzungen voneinander entfernt sein. Eine Stadt kann nur gebaut werden, wenn ein Spieler eine Siedlung besitzt. Diese wird entfernt und die Stadt an dieselbe Stelle gesetzt.
Hat ein Spieler mit mindestens fünf zusammenhängenden Straßen (wobei Abzweigungen nicht gezählt werden) die längste Handelsroute erbaut, erhält er die entsprechende Sonderkarte, welche offen vor ihm liegen bleibt. Sobald ein Spieler eine längere Handelsstraße erbaut hat, wechselt die Karte ihren Besitzer.
Entwicklungskarten spielen
Einmal während seines Zuges darf der Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Entwicklungskarte spielen, allerdings nicht solche, welche im gleichen Zug gekauft wurden. Zeigt die Karte einen Ritter, darf die Räuberfigur versetzt werden. Die aufgedeckte Karte bleibt vor dem Spieler liegen. Sobald ein Spieler drei Ritterkarten gesammelt hat, erhält er die Sonderkarte „Größte Rittermacht“. Auch hier wechselt die Karte ihren Besitzer erst, wenn ein anderer Spieler mehr Ritterkarten aufgedeckt hat. Siegpunktkarten darf der Spieler alle auf einmal aufdecken, soweit er damit das Spiel beenden kann.
Spielende
Das Spiel endet, sobald der am Zug befindliche Spieler zehn oder mehr Siegpunkte erreicht hat. Siegpunkte erhalten die Spieler für Siedlungen, Städte, die längste Handelsroute, die größte Rittermacht und entsprechende Entwicklungskarten.
Varianten
Der Autor selbst hat im Laufe der Zeit zwei Regeländerungen veröffentlicht, welche er den Spielern empfiehlt. Zum einen sollen starke Ungleichgewichte durch den Räuber zu Spielbeginn vermieden werden, indem der Räuber nicht an Siedlungen von Spielern platziert werden darf, die weniger als drei Siegpunkte haben. Diese Variante floss auch unter dem Namen „Freundlicher Räuber“ in die später erschienene „Händler & Barbaren“-Erweiterung ein. Die Variante wird in Spielerkreisen kontrovers diskutiert, ermöglicht sie doch Spielern erst mal unbehelligt ihre Infrastruktur zu entwickeln um dann das Feld von hinten aufzurollen. Auch werden hierbei verdeckte Siegpunkte durch Entwicklungskarten nicht berücksichtigt. Zum anderen wird vorgeschlagen, die Handels- und Bauphase zusammenzulegen. Im Zuge dessen darf mittlerweile auch ein erschlossener Hafen noch in derselben Runde benutzt werden oder nachdem bereits eine Siedlung gebaut wurde, noch mit anderen Spielern weitergehandelt werden.
Das Spiel zu Zweit
Obwohl die Regeln des Grundspiels kein Spiel für zwei Spieler vorsehen, hat Klaus Teuber Regelvorschläge für ein Spiel zu zweit veröffentlicht, welche später auch in die Erweiterung Händler und Barbaren eingegangen sind. Dazu werden auf dem Spielplan zusätzlich Siedlungen und Straßen von zwei imaginären neutralen Spielern errichtet. Sobald ein Spieler eine Siedlung oder Straße baut, errichtet er ebenfalls für einen der beiden neutralen Spieler eine solche mit. Die neutralen Spieler können keine Erträge erwirtschaften, aber durchaus die längste Handelsstraße beanspruchen. Um die fehlende Handelskomponente des Spiels zu zweit auszugeleichen, dürfen Spieler unter bestimmten Bedingungen Zwangshandel mit dem Gegner ausführen.
Computerspiel-Umsetzungen
Neben Umsetzungen als Brettspiel sind auch verschiedene Computerspielumsetzungen erschienen. Während eine sehr schlichte erste Version namens „Compu-SIEDLER“ von einem Hobbyprogrammierer 1997 bei Kosmos eingeschickt wurde, welche der Hersteller daraufhin gegen Erstattung der Portokosten vertrieb, kamen recht zügig auch kommerzielle Versionen auf den Markt. Den Anfang machte eine PC-Version des Brettspiels und eine Java-Version, die zur Grundlage der Brettspielwelt wurde. 2001 folgte eine PC-Version des Kartenspiels, später startete T-Online mit einem kostenpflichtigen Online-Spiel das erstmals die Möglichkeit bot auch Städte & Ritter in einer lizenzierten Version zu spielen. Ab 2007 wurde diese als Catan Online Welt laufend fortentwickelte Spielplattform in Eigenregie der Catan GmbH als „PlayCatan“ fortgeführt. Darüber hinaus sind verschiedene Versionen für diverse Plattformen erschienen, so unter anderem die X-Box, N-Gage und im Mehrspielermodus verschiedene Mobiltelefone.
Sea3D
Sea3D ist das klassische Brettspiel "Die Siedler von Catan" als Freeware.
Cities3D ist die Seefahrer und Ritter Erweiterung.
Spiele
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Kommentar |
Alter |
|---|---|---|---|
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Putzfrauen-Hockey Tags:Kreisspiele, lustig, Mannschaft, Sport |
09.11.2009 - 16:16 System |
ab 8 | |
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Bewegungslied - Trading My Sorrows Tags:Bewegung, Bewegungslied, englisch, Sesseltanz |
07.10.2009 - 23:49 System |
ab 12 | |
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Kartenspiel - Memory Tags:Aufmerksamkeit, Gedächniss, Gruppe, Kartenspiel |
01.10.2009 - 15:01 System |
ab 6 | |
|
Sport - Ballspiel - Völkerball (Zweifelderball) Tags:Ball, Ballspiel, Mannschaft, Mannschaftssportart, Sport |
01.10.2009 - 12:15 System |
ab 8 | |
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Fangen - Hase und Jäger Tags:Ball, Ballspiel, Draußen, Fangen, Gruppe, Hase, Jäger |
01.10.2009 - 11:53 System |
ab 8 |
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